Seit dem 24. August 2026 zeigt ChatGPT auch in Deutschland Werbung, und in fast jedem Gespräch über Marketing kommt die Frage: Wie viele Kunden kommen eigentlich schon über ChatGPT? Wir haben es an Websites kleiner und mittlerer Betriebe ausgewertet. Im September und Oktober 2026 kam einer von 180 Besuchen aus ChatGPT, aus der Google-Suche fast jeder zweite. Die Besucher aus ChatGPT nahmen aber fast doppelt so oft Kontakt auf wie die aus Google.
Als Quelle für Besucher ersetzt ChatGPT die Google-Suche heute nicht. Genannt zu werden lohnt sich trotzdem, und dafür muss ChatGPT Ihre Website lesen dürfen. Wie Sie das prüfen, steht weiter unten.
Besuche: fast die Hälfte aus Google, einer von 180 aus ChatGPT
- Google-Suche 45,4 %
- Ohne erkennbare Herkunft 40,4 %
- Anzeigen 7,1 %
- Andere Suchmaschinen 4,1 %
- Links auf anderen Websites 1,5 %
- Soziale Netzwerke 0,9 %
- ChatGPT 0,55 %
- Gemini, Perplexity, Copilot und andere KI 0,03 %
Quelle: eigene Auswertung der Besucherstatistik von Websites kleiner und mittlerer Betriebe, Besuche von Programmen herausgerechnet.
Gemini, Perplexity, Copilot und andere KI-Assistenten spielten kaum eine Rolle. Gezählt werden können die Besuche aus ChatGPT, weil ChatGPT an seine Links die Kennung utm_source=chatgpt.com anhängt (OpenAI).
Der Anteil wächst: von rund 0,5 % im September auf rund 0,6 % im Oktober. Knapp zwei von drei Websites hatten in den beiden Monaten mindestens einen Besuch aus ChatGPT, die meisten nur wenige.
Besucher aus ChatGPT melden sich fast doppelt so oft
- Besuche aus ChatGPT 8,2 %
- Besuche aus Google auf denselben Websites 4,9 %
Kontaktaufnahme: Klick auf die Mailadresse oder Telefonnummer, abgeschicktes Formular, Buchung, Anmeldung oder Route. Quelle: eigene Auswertung, September und Oktober 2026.
Am häufigsten klickten die Besucher aus ChatGPT auf die Mailadresse, danach folgten Formular, Anruf und Buchung. Der Unterschied zu Google bleibt, wenn man berücksichtigt, auf welchen Websites die Besucher aus ChatGPT landeten.
Eine Erklärung liegt nahe: Wer ChatGPT nach einem Betrieb fragt, beschreibt vorher, was er braucht, und bekommt wenige Namen zur Auswahl. Der Klick auf die Website kommt dann kurz vor der Entscheidung.
ChatGPT liest mehr, als es weiterschickt
OpenAI liest Websites auf zwei Wegen. Der OAI-SearchBot baut den Index für die ChatGPT-Suche. ChatGPT-User ruft eine Seite ab, während jemand in ChatGPT eine Frage stellt; selbsttätig durchsucht er das Netz nicht (OpenAI). Jeder solche Abruf geht also auf eine Frage zurück. Ob daraus ein Besuch wird, entscheidet der Nutzer, und oft genügt ihm die Antwort. In unserer Auswertung lasen KI-Assistenten eine Website um ein Vielfaches häufiger, als sie Besucher schickten.
Ähnlich arbeiten die übrigen Anbieter. Jeder beschreibt, wofür sein Abrufer liest: für einen Suchindex, für eine Frage im Moment oder für das Training seiner Modelle.
| Abrufer | Aufgabe | Art |
|---|---|---|
| OAI-SearchBotOpenAI | Index der ChatGPT-Suche | Suche |
| ChatGPT-UserOpenAI | liest eine Seite, während jemand in ChatGPT fragt | Frage im Moment |
| GPTBotOpenAI | Training der Modelle | Training |
| Claude-SearchBotAnthropic | Index der Suche in Claude | Suche |
| Claude-UserAnthropic | liest eine Seite, während jemand in Claude fragt | Frage im Moment |
| ClaudeBotAnthropic | Training der Modelle | Training |
| PerplexityBotPerplexity | Index der Perplexity-Suche | Suche |
| GooglebotGoogle | Google-Suche, auch Übersicht mit KI und KI-Modus | Suche |
| Google-ExtendedGoogle | kein eigener Abrufer: Kennung, mit der man der Nutzung für Gemini widerspricht (Training und Antworten); die Google-Suche bleibt unberührt | Gemini |
| BingbotMicrosoft | Bing-Suche, auch für Copilot | Suche |
Quellen: Angaben von OpenAI, Anthropic, Perplexity, Google und Microsoft, nachgelesen am 08.11.2026.
Ob ein Assistent Ihren Betrieb nennen kann, hängt an den Abrufern für Suche und Fragen. Trainings-Abrufer auszusperren, ist eine legitime Wahl: Bei OpenAI wirken die Einstellungen für Training, Suche und Nutzer-Abrufe unabhängig voneinander (OpenAI), Anthropic trennt ebenso zwischen ClaudeBot für das Training und Claude-SearchBot für die Suche (Anthropic).
So prüfen Sie, ob ChatGPT Ihre Website lesen darf
- Besuche aus ChatGPT zählen. In der Besucherstatistik nach der Quelle „chatgpt.com“ filtern. In Google Analytics steht sie unter Akquisition als Sitzungsquelle.
- Die robots.txt lesen. OAI-SearchBot, Claude-SearchBot und PerplexityBot müssen lesen dürfen, sonst kann die Website in deren Suche fehlen. GPTBot und ClaudeBot betreffen das Training, Google-Extended die Nutzung für Gemini. Ob Ihre Startseite für ChatGPT, Claude, Perplexity, Google und Bing offen ist, prüft der kostenlose Website-Check.
- Firewall und Schutzdienste prüfen. Cloudflare teilt KI-Abrufer seit Juli 2026 in Suche, Agenten und Training ein und sperrt bei neuen Domains seit dem 15. September 2026 Training und Agenten auf Seiten mit Werbung (Cloudflare). Solche Sperren stehen in den Einstellungen des Dienstes und nicht in der robots.txt.
- Abrufe nur an der Kennung erkennen. Die Kennung kann jedes Programm in seine Anfragen schreiben. OpenAI, Anthropic, Perplexity und Google veröffentlichen die Adressen ihrer Abrufer; wer Abrufe zählt, prüft sie dagegen.
- Auf eine llms.txt setzen. Die Google-Suche ignoriert sie nach eigener Aussage, und dass ChatGPT oder Claude sie für Empfehlungen auswerten, dafür gibt es keinen Beleg (GEO-Beitrag).
Was das für Betriebe heißt
Die Google-Suche bleibt mit großem Abstand die wichtigste Quelle für Besucher. Sie brachte im Oktober 2026 allerdings rund ein Viertel weniger Klicks als ein Jahr vorher; die Auswertung steht im Beitrag Google KI-Modus nach einem Jahr. ChatGPT bringt heute einen von 180 Besuchen, mit wachsendem Anteil und mit Besuchern, die sich häufiger melden.
Genannt wird ein Betrieb, wenn er in den Quellen steht, aus denen ChatGPT zitiert: Verzeichnisse und Bewertungsportale, das Google-Unternehmensprofil und eine Website, die die Fragen der Kunden beantwortet. Was davon zählt, steht in unserem Beitrag GEO: Was in 432 KI-Antworten zählt. In der GEO-Optimierung prüfen wir mit den Fragen Ihrer Kunden, ob ChatGPT, Gemini und Claude Ihren Betrieb nennen, und arbeiten an dem, was fehlt.
Was die Zahlen nicht zeigen
- Zwei Monate: Die Auswertung umfasst September und Oktober 2026. Einen Verlauf über ein Jahr gibt es noch nicht.
- Herkunft: Besuche aus der ChatGPT-App ohne Kennung zählen als „ohne erkennbare Herkunft“. Der Anteil aus ChatGPT liegt deshalb eher etwas höher.
- Kontakt ist keine Anfrage: Gezählt sind Klicks auf Mail, Telefon, Buchung und Route und abgeschickte Formulare, keine bestätigten Aufträge. Der Unterschied zu Google ist deutlich, die Zahl der Kontakte aus ChatGPT aber klein.
- Die Auswahl: Websites kleiner und mittlerer Betriebe, keine Zufallsstichprobe.
Quellen: eigene Auswertung, September und Oktober 2026; OpenAI, Overview of OpenAI Crawlers und Publishers and Developers FAQ; Anthropic, Does Anthropic crawl data from the web; Cloudflare, New options to manage AI traffic, 01.07.2026; Handelsblatt, OpenAI startet Werbegeschäft in Deutschland und Europa, 19.08.2026.
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