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Website-Relaunch ohne Rankingverlust planen.

Eine Hand schreibt mit einem Stift Notizen in ein Notizbuch neben einem Laptop
Philipp Kant, Technischer Leiter der Deutschen Stadtmarketing

Von Philipp KantTechnischer Leiter, Schwerpunkt KI Veröffentlicht am , aktualisiert am

Ein Relaunch modernisiert Technik und Auftritt, birgt aber die Gefahr, dass bestehende Sichtbarkeit beim Übergang verloren geht. Entscheidend ist der Cutover: Wer URLs inventarisiert, Weiterleitungen gezielt setzt und die Google Search Console ab dem ersten Tag mitliest, überführt den alten Auftritt kontrolliert in den neuen.

Warum der Übergang die Schwachstelle ist

Nicht das neue Design schadet der Sichtbarkeit, sondern ein ungeordneter Wechsel. Suchmaschinen haben die alten Adressen Ihrer Website indexiert und diesen Inhalte zugeordnet. Stimmt diese Zuordnung nach dem Launch nicht mehr, läuft beides leer: Lesende landen auf Fehlerseiten, und die über Jahre aufgebaute Basis hängt ohne Ziel in der Luft.

Drei klassische Fehler

Im Alltag begegnen vor allem drei Mustern, die sich vorab behandeln lassen:

  • Neue URLs ohne 301-Weiterleitung: Alte Adressen liefern plötzlich Fehlerseiten. Lesende verlieren den Weg, und Suchmaschinen können die bestehende Zuordnung nicht fortsetzen.
  • Inhalte ohne Strukturübertragung: Beim Übernehmen der Texte bleiben Zwischenüberschriften, Meta-Titel und -Beschreibungen, interne Verlinkungen sowie Bildangaben auf der Strecke. Die Seite steht online, ist aber ärmer als ihr Vorgänger.
  • Kein Monitoring nach dem Relaunch: Ohne regelmäßigen Blick in die Google Search Console bemerken Sie Indexierungsfehler oder defekte Weiterleitungen erst, wenn bereits Zugriffe fehlen.

Vor dem Start: Inventar und Weiterleitungsplan

Bevor etwas umzieht, braucht es ein vollständiges Bild der jetzigen Website: Welche URLs existieren, welche davon sind extern verlinkt oder über die Suche erreichbar? Je Adresse folgt eine Entscheidung: Sie bleibt unverändert, ändert sich oder entfällt. Geänderte und entfallene Adressen erhalten eine individuelle 301-Weiterleitung auf das jeweils thematisch passende Gegenstück. Eine Pauschalweiterleitung aller alten Adressen auf die Startseite ist keine Lösung: Wer eine Detailseite erwartet, sollte dort ankommen. Erst wenn dieses Mapping vollständig ist, folgt der Probe-Crawl der Staging-Umgebung, inklusive Canonical-Angaben, Roboternotizen aus dem Testbetrieb und jeder einzelnen Weiterleitung.

BeispielEin Weiterleitungsplan für ihr-betrieb.de
  • /fenster-und-tueren.htmländert sich · 301/fenster/
  • /ueber-uns/bleibt/ueber-uns/
  • /aktion-fruehjahr/entfällt · 301/angebote/
  • alle alten AdressenpauschalStartseiteSo nicht: Wer eine Detailseite erwartet, soll dort ankommen.

Erst wenn jede Adresse eine Entscheidung hat, folgt der Probe-Durchlauf auf der Testumgebung.

Inhalte mit Struktur übernehmen

Inhalte sind mehr als Fließtext. Überschriftenlogik, Meta-Daten, Alternativtexte und der interne Linkapparat wandern mit in den neuen Auftritt. Danach zeigen interne Links auf die neuen Adressen und nicht über Umwege auf die alten. Navigation und Fußbereich werden gleich mitgeprüft, denn auch dort halten sich gern veraltete Pfade.

Nach dem Launch: Was die Search Console zeigt

Die Google Search Console ist das Kontrollinstrument der Wochen nach dem Go-live:

  • Indexierung und Abdeckung: Der Bericht zeigt, ob die neuen Adressen erfasst werden und wo blockierte oder fehlende Seiten auftauchen.
  • Weiterleitungen: Hier offenbart sich, wo alte Adressen ins Leere laufen statt das vereinbarte Ziel zu liefern.
  • Leistungsbericht: Klicks und Impressionen lesen Sie über vergleichbare Zeiträume, also Wochen statt einzelner Tage. Schwankungen direkt nach dem Launch sind üblich; aussagekräftig werden Vergleiche erst über längere Zeiträume.

Wer hier regelmäßig mitliest, korrigiert kleine Restfehler, bevor sie sich in der Statistik festsetzen.

Realistische Einordnung

Ein sauberer Cutover sichert ab, was vorhanden ist, und vermeidet Verluste, die keine sein mussten. Ein Wachstumsversprechen ist das keiner: Wie sich Zugriffe danach entwickeln, hängt von Inhalten, Wettbewerb und laufender Pflege ab. Der Relaunch legt dafür die tragfähige Basis; gemessen wird nüchtern: beobachten, vergleichen, berichten.

Häufige Fragen

Können wir alle alten URLs einfach auf die Startseite weiterleiten?
Technisch möglich, fachlich unklug. Wer eine alte Detailadresse aufruft, erwartet genau dieses Thema und sollte möglichst dort ankommen. Passende Ziele erhalten eine 301-Weiterleitung aufs entsprechende Pendant; nur wo kein Pendant existiert, kommt die nächsthöhere Seite infrage.
Wie lange müssen 301-Weiterleitungen aktiv bleiben?
Deutlich länger, als viele denken. Fremde Seiten, Lesezeichen und alte Druckstücke verlinken unbefristet auf die alten Adressen. Sinnvoll ist daher ein dauerhafter Betrieb; die Aufrufliste zeigt Ihnen ohnehin, welche Adressen tatsächlich noch genutzt werden.
Woran erkennen wir, dass nach dem Relaunch etwas schiefläuft?
An zwei Stellen: in der Search Console bei Indexierung und Abdeckung, etwa wenn neue Adressen nicht erfasst werden oder alte Adressen als Fehlerseiten gemeldet werden, und im Leistungsbericht, wenn Klicks über mehrere Wochen deutlich unter den Werten des Vorjahreszeitraums liegen. Einzelne schwache Tage gehören zum Übergang; anhaltende Muster sind Handlungsanlass.

Fazit

Sichtbarkeitsschutz beim Relaunch ist Ergebnis guter Vorbereitung: vollständiges URL-Inventar, passgenaues Weiterleitungs-Mapping, strukturgetreue Inhaltsübernahme und eine Search Console, die ab Tag eins mitgelesen wird. Den Zustand Ihrer jetzigen Website prüfen wir zuerst im Digitalcheck (Digitalcheck), daraus entsteht der konkrete Relaunchplan. Rund um Konzept, Umsetzung und laufenden Betrieb einer neuen Website geht es weiter auf unserer Webdesign-Leistungsseite (Webdesign).

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Ihre Ansprechpartner

  • Matthias Kant, Geschäftsführer der Deutschen Stadtmarketing Matthias KantGeschäftsführer, INQA-CoachDipl.-Wirtsch.-Ing.
  • Philipp Kant, Technischer Leiter der Deutschen Stadtmarketing Philipp KantTechnischer Leiter, Schwerpunkt KIM.Sc. Informatik

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